Musiktherapie

 

Tinnitus

Zitat:

 

Tinnitus ist eines der am häufigsten auftretenden Symptome im Hals-Nasen-Ohren Bereich. Unter dem Überbegriff „Tinnitus“ (von lat. tinnitus aurium = Ohrenklingeln) werden Ohrgeräusche verschiedenster Klangqualitäten (Klingeln, Brummen, Zischen, Pfeifen oder Summen), unabhängig von ihrer Ursache, zusammengefasst.

Die Folgen von chronischem Tinnitus lassen sich auch im Gehirn nachweisen. Beispielsweise wurden mittels Magnetresonanztomographie (MRT) Veränderungen der beteiligten Gehirnaktivitäten und –Strukturen gemessen. Geeignete Therapieformen können diese Fehlentwicklung jedoch eindämmen oder ganz rückgängig machen.

Gerade die Behandlung des chronischen Tinnitus stellt eine große Herausforderung dar.

Musiktherapie eignet sich als kreative Therapie bei der Behandlung von Tinnitus, da die Ohrgeräusche leicht musikalisch aufgegriffen und bearbeitet werden können.

In Kooperation von Deutschem Zentrum für Musiktherapieforschung (Viktor Dulger Institut) DZM e.V., Fakultät für Musiktherapie der SRH Hochschule Heidelberg, HNO-Klinik der Universität Heidelberg und Klinik für Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie der Universität Homburg wurde eine neuartige Therapieform entwickelt: das „Heidelberger Modell zur Behandlung von chronischem Tinnitus“. Diese Therapie verbindet verhaltenstherapeutische Elemente mit Interventionsformen aus der neurologischen Musiktherapie. Zentrales Anliegen ist es hierbei, die Patienten nicht nur rezeptiv mit dem Tinnitus-Ton zu konfrontieren, sondern ihnen eine aktive Kontrollmöglichkeit über den Tinnitus zu ermöglichen. Zudem geht diese Form der Therapie davon aus, dass auch bei chronifiziertem Tinnitus durchaus kurative Ansätze möglich sind – und nicht nur ein „Managen“ des Tinnituserlebens.

Durch mehrere wissenschaftliche Studien konnten wir die Wirksamkeit dieser Therapieform bei rund 80% der behandelten Patienten anhand von bildgebenden Verfahren (fMRT), elektrophysiologischen und audiologischen Kontrolluntersuchungen nachweisen.